Graffiti-Schmierereien am KiJuNa

Seit mehreren Jahren ist das Kinder-, Jugend- und Nachbarschaftszentrum (KiJuNa) des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. in der Scheelestraße in Lichterfelde Süd von Vandalismus jeglicher Art verschont geblieben. In der Nacht von Montag auf Dienstag kam es nach dieser langen Zeit wieder einmal zu mutwilliger Sachbeschädigung durch Graffiti-Schmierereien an der Einrichtung.

Unbekannte Täter nutzten scheinbar die nächtliche Schließzeit des Hauses, um mit Spraydosen die Fassade und eine Wand im Außenbereich des KiJuNa zu bearbeiten. In verschiedenen Farben prangen nun wenig ansehnliche Tags (THC, LFS oder SLU) an diesen Wänden.

Welche Motive die oder den Täter zu dieser Aktion getrieben haben ist unklar. Wobei für mich persönlich fraglich ist, ob es überhaupt nachvollziehbare Gründe geben kann, eine Kinder- und Jugendeinrichtung zu beschmieren. Und nicht genug damit, dass sich Tags auf der Fassade befinden. Vor einiger Zeit haben wir im Rahmen eines Graffiti-Projekts mit Kindern und Jugendlichen wirklich coole Graffitis an eine Wand in unserem Außenbereich gebracht. Auch diese, von Kindern und Jugendlichen gemalten Bilder wurden übersprüht.

Es ist schade, dass es scheinbar Leute gibt, die den Wert dieser Bilder und des KiJuNa für die Kinder und Jugendlichen in der Region nicht erkennen oder schätzen. Wir haben uns entschieden den Vorfall zur Anzeige zu bringen. Wir möchten aber auch an die oder den Täter appellieren, die Tat uns gegenüber einzugestehen und einen gemeinsamen Weg zur Wiedergutmachung zu finden. Information und Hinweise zu Tat oder Täter nehmen wir natürlich gerne entgegen.

Wir hoffen inständig und vor allem im Namen der Kinder und Jugendlichen, die die Angebote des KiJuNa nutzen, dass wir zukünftig von derlei Angriffen auf unsere Einrichtung verschont bleiben.

Der Schülerclub geht auf Reisen

Augustinus Aurelius soll gesagt haben, dass die Welt ein Buch ist. Wer nie reise, sehe nur eine Seite davon. Wir möchten weiterblättern. Zusammen mit den Kindern aus dem Schülerclub des KiJuNa. Mehr erfahren aus diesem Buch. Zumindest einmal einen Eindruck von dem bekommen, was auf den nächsten Seiten stehen könnte.

Regelmäßig unternehmen wir Gruppenfahrten mit Kindern, die das KiJuNa besuchen. Wir waren in den vergangen Jahren schon in Grömitz und auf Bauernhöfen nahe der Ostsee und in Gussow. In diesem Jahr geht unsere Reise auf den Erlebnishof Beeskow. Zusammen mit 18 Kindern aus unserem Schülerclub werden wir drei Tage auf dem Hof verbringen. Betreuer und Kinder freuen sich schon wahnsinnig auf den Trip aufs „Land“.

Warum machen wir das?

Im KiJuNa verkehren Kinder, denen es nur selten bis gar nicht vergönnt ist zu reisen. Unserer Arbeit liegt das Bedürfnis zugrunde, Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern und ihnen Möglichkeiten zu bieten, Dinge zu erleben und zu erfahren, die für sie nicht selbstverständlich und für ihre Familien manchmal nicht erschwinglich oder möglich sind. Reisen bieten vor diesem Hintergrund einen geeigneten Rahmen, um in einer Umgebung, weg von Alltag und „normalem“ Umfeld, in besonderer Atmosphäre gemeinsam mit den Kindern neue Erfahrungen zu sammeln und ein Wir-Gefühl der Gruppe zu entwickelt und auszubauen. Auf unseren Reisen kommt vor allem dem Bereich der Pädagogik große Bedeutung zu. Hierbei geht es um weit mehr als Bildung und Erziehung. Es geht um angewandte Pädagogik mit einem klaren Ziel: Einen „Urlaub erleben, der Spaß macht und dabei fast nebenbei Lerneffekte ermöglicht und sich durch gemeinsame Erlebnisse wertvoll auf die Entwicklung der Kinder auswirkt. Niemand wird auf unseren Reisen mit dem Wort Pädagogik belagert und bedingt werden die Teilnehmenden Kinder überhaupt merken, dass das Programm einem pädagogischen Konzept folgt. Unser Ziel ist es, spielerisch und mit viel Spaß die positive Wirkung gemeinsamer Erfahrungen und Erlebnisse spürbar zu machen.

Gemeinsam werden wir im April drei spannende Tage mit verschiedenen Angeboten auf dem Erlebnishof in Beeskow verbringen. Neben einem Waldquiz und einem Pony und Esel Track in die Natur werden wir viel spielen und uns untereinander austauschen. Wir werden am Lagerfeuer Stockbrot essen und zusammen singen, uns vielleicht Geschichten erzählen, die Tiere auf dem Hof kennenlernen und uns gegenseitig trösten, wenn wir Heimweh bekommen.

Die Kinder und wir können es kaum noch erwarten. Wir freuen uns auf drei aufregende Tage.

Erste KiJuNa Vollversammlung 2017

In regelmäßigen Abständen laden wir im KiJuNa alle Kinder und Jugendlichen zu unseren Vollversammlungen ein. Hierzu ein kurzer Auszug aus der Konzeption unserer Einrichtung:

“Das Mitwirken und Mitbestimmen von BesucherInnen ist ein zentraler Punkt unserer Arbeit im KiJuNa. Nur durch die Partizipation derer, die in der Einrichtung verkehren, ist der Bedarf der Zielgruppe zu ermitteln und eine Ausrichtung daran möglich. Mittel der Partizipation von BesucherInnen sind auf der einen Seite die regelmäßig stattfindenden Kinder- und Jugendvollversammlungen, auf der anderen Seite Einzel- und Gruppengespräche mit Kindern, Jugendlichen und deren Eltern. Auch zielgerichtete Umfragen unter den BesucherInnen tragen hierzu bei. Vorschläge zu den Angeboten in der Einrichtung werden individuell betrachtet und im Rahmen der Möglichkeiten umgesetzt, wenn sie mit dem Leitbild und den Regeln der Einrichtung konform sind.”

Nachdem wir zum Beginn des Jahres eine Besucherumfrage zur Zufriedenheit und zu Wünschen und Ideen gestartet und die Ergebnisse ausgewertet hatten luden wir unsere BesucherInnen zur ersten Vollversammlung 2017 ein. Zusammen mit den Kindern und Jugendlichen haben wir uns zunächst ein Bild vom Ist-Stand im KiJuNa gemacht und hierzu die fragen “Was geht?” (also welche Angebote gibt es im KiJuNa) und “Was muss?” (also welche Regeln gelten im KiJuNa) gestellt und beantwortet. Insbesondere beim Thema Regeln gab es auch bei dieser Vollversammlung wieder spannende Diskussionen, beispielsweise darum, warum es in unserer Einrichtung ein Kaugummi-Verbot gibt. Die Diskussionen werden dann von Leitung und ErzieherInnen moderiert. Die Erklärung des Zwecks des Verbots übernahmen die Kinder selbst: “Ist doch eklig, wenn man untern Tresen fasst und mit den Fingern in einen frisch druntergeklebten Kaugummi fasst.” Ergebnis: weiterhin kein Kaugummi im KiJuNa!

Das spannendste Element jeder Vollversammlung sind die neuen Wünsche, Ideen und Vorschläge der Teilnehmenden zur Angebotsgestaltung der Einrichtung. Egal ob der Wunsch nach einer Reise mit dem Schülerclub, die Idee vom Sommercamp im Garten oder der Vorschlag einmal zusammen im KiJuNa zu übernachten. Was möglich ist, setzen wir im Interesse unserer BesucherInnen um. Zahlreiche Wünsche und Vorschläge hatten sich bereits aus der vorherigen Umfrage ergeben, andere wurden erst im Rahmen der Vollversammlung geäußert und besprochen. Wir freuen uns, dass wir den Kindern und Jugendlichen in den meisten der Fälle bereits Zusagen zur Umsetzung ihrer Vorschläge machen konnten. Einige wenige davon sind jedoch an bestimmte Bedingungen geknüpft auf die wir als Einrichtung manchmal nur bedingt Einfluss haben. Hierzu zählt beispielsweise ein Fußball AG Angebot für Jugendliche, was an die Voraussetzung gebunden ist, dass hierfür Hallenzeiten zur Verfügung stehen.

Hier die Ergebnisse der Vollversammlung in Bildern:

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Wir freuen uns auf jeden Fall auf ein buntes Jahr im Sinne unserer BesucherInnen und gehen davon aus, dass das Zusammenspiel aus “Altbewehrtem” und “Neugedachtem” unser Angebot noch attraktiver und vielfältiger macht.

Nimm Dir Zeit – Das iMusical

nimm-dir-zeitAb sofort startet im KiJuNa ein inklusives Musicalprojekt unter o.g. Titel.

Gemeinsam mit Jugendlichen ab 14 Jahre mit und ohne Behinderung und/oder Fluchterfahrung möchten wir in Workshops ein Musical erarbeiten und das entstehende Stück im Sommer auf die Bühne bringen. Derzeit gibt es noch einige freie Plätze. Ihr habt Interesse oder kennt Jungs und Mädels, die Lust auf so ein Projekt hätten. Dann meldet Euch bei uns im KiJuNa oder einfach direkt bei mir. Natürlich könnt Ihr gerne auch einfach zu den jeweiligen Workshop-Zeiten im KiJuNa vorbeikommen.

Band-Workshop: montags, 16.00 Uhr / Theater-Workshop: mittwochs, 16.00 Uhr

Ich freue mich auf Eure Rückmeldungen.

Kristoffer Baumann

tel.: 0172 / 386 64 45, mail: baumann@sz-s.de

Jahresauftakt im KiJuNa – Musische Tage 2017

Seit nunmehr vier Jahren bietet das KiJuNa im Rahmen den Musischen Tage den Workshop Songwriting und Recording an. Auch in diesem Jahr war es beeindruckend zu sehen, wie Schülerinnen und Schüler Stieglitze Oberschulen kreativ musikalisch innerhalb dieser drei zu einer Band zusammenwuchsen. Jedes Jahr aufs Neue stellen wir und die Teilnehmenden der Workshops uns der großen Herausforderung, in dieser kurzen Zeit einen Song zu texten, zu komponieren, einzustudieren, aufzunehmen und zur Abschlussveranstaltung der Musischen Tage Live darzubieten. Und jedes Mal sind wir und die Jugendlichen begeistert, was in so kurzer zeit entstehen kann.

Uns hat’s richtig Spaß gemacht. Den Song aus dem diesjährigen Workshop gibt’s hier zum anhören und wer diesem Link hier folgt, der sieht und hört, wie sich die musikalischen und weitere Ergebnisse kulturpädagogischer Projekte im KiJuNa so anhören und anfühlen.

Wer Lust hat, selbst in diesem Bereich aktiv zu werden, der kann sich gerne jederzeit an uns wenden. Wir freuen uns immer auf Kulturinteressierte Kinder und Jugendliche, die Bock haben, ihre Kreativität künstlerisch und musikalisch auszuleben.

Das KiJuNa sagt “Danke für ein tolles Jahr 2016”

Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende entgegen. Für uns ein Grund, die vergangene Monate einmal Revue passieren zu lassen. Ambitioniert sind wir mit einem breiten Programm und vielen großen Plänen ins Jahr gestartet. Neue AG- und Workshopangebote, zahlreiche Veranstaltungen und einige neue Projekte hatten wir uns für 2016 vorgenommen.

Angefangen haben wir mit viel Humor und dem Winterferienprojekt “Darüber lacht die Welt”. Wir haben eine neue Tanz AG für Kinder der Giesendorfer Grundschule ins Leben gerufen, die schnell bis auf den letzten Platz “ausgebucht” war. Die in der AG einstudierten Tänze konnten die Kinder auch gleich beim großen Schulfest präsentieren. Es folgten ein begeisternden Oserferienprojekt unter dem Motto “Geo-Wochen” in dem die TeilnehmerInnen ihre direkte Umgebung mit Geocashing-Projekte gemeinsam erkundeten.

Unser wohl größtes Ziel in diesem Jahr war der Aufbau der “KiJuNa-Kulturwerkstatt”. Mit einem breiten Angebot an kulturpädagogischen Projekten, Workshops und AGs hat sich das KiJuNa in diesem Bereich weiterentwickelt und damit ein Angebot geschaffen Kindern und Jugendlichen kostenfreien Zugang zu kultureller Bildung ermöglicht.

 

In diesem Jahr durfte sich das KiJuNa zu den glücklichen Einrichtungen zählen, die durch das Event “Rock am Kanal” gefördert wurden. Passend zum Aufbau der KiJuNa Kulturwerkstatt. Um Kindern und Jugendlichen zu einem Ort zu werden, an dem sie ihrer Kreativität im Rahmen von Workshops und Projektarbeiten künstlerisch Ausdruck verleihen können, hatten wir das ehrgeizige Ziel für dieses Jahr, unsere Veranstaltungsräume und –Technik aufzurüsten. Wir wollen unseren Besuchern die Möglichkeit bieten, begleitet von pädagogischem Fachpersonal und mit bestmöglichem Equipment, ihr Potenzial zu erkennen und auszuschöpfen.

Um adäquate Technik und Räumlichkeiten bereitstellen zu können bedarf es natürlich auch und vor Allem notwendiger Finanzmittel, die wie so oft auch im KiJuNa meist viel zu schnell erschöpft sind. Und genau an dieser Stelle kam „Rock am Kanal“ ins Spiel. Im Frühjahr dieses Jahres besuchten Torsten Höricke und Michael Ritter das KiJuNa, um einen Eindruck von unserem Angebot und unserer Arbeit im sozialen Brennpunkt Lichterfelde Süd zu bekommen. Das Ergebnis zeigt, dass die Organisatoren von „Rock am Kanal“ die Arbeit in unserem Haus zu schätzen wussten und besonders von unserem Vorhaben, die KiJuNa Kulturwerkstatt auf- und auszubauen, begeistert waren.

Am 27. August war es dann soweit. Um 15 Uhr öffneten die Tore zum Event und zahlreiche Bands gaben sich die Klinke in die Hand. In einer Umbaupause bekamen wir die Möglichkeit, unser Projekt persönlich vor den zahlreichen Gästen vorzustellen. Nicht nur, dass die Musik an diesem Tag ein wahrer Genuss für uns war. Durch das Event wurde eine Summe eingespielt, die einfach nur begeistert.

Nur wenige Tage nach dem Event ließ uns der Blick auf unser Konto schier den Atem stocke. 11.500,- €!!! Mittel, die wir so dringend brauchen in einer Höhe, die uns alle Wünsche für unser Projekt erfüllen lässt. Von dem Geld konnten wir Licht- und Tontechnik für unseren Veranstaltungsraum, Headsetmikrofone für unsere Theaterstücke, Instrumente für unsere Band-Workshops und neue Stühle für den Saal kaufen. Noch während der Sommerferien haben die Kinder im Rahmen unseres Ferienprojekts von den Neuanschaffungen profitieren können. Gemeinsam haben wir in den sechs Ferienwochen ein Musiktheaterstück geschrieben und zum Abschluss der Ferien auf die neu ausgestattete Bühne bringen können.

Mit dem Projekt “Weltmusik” konnten wir ein weiteres Angebot im musikpädagogischen Bereich im Haus schaffen. In Kooperation mit der Mercator Grundschule und dem NBH Lilienthal haben im zweiten Halbjahr ein weiters musikalisches Projekt umsetzen können. SchülerInnen einer fünften Klasse der Schule haben in wöchentlichen Workshops einen eigenen Song geschrieben, einstudiert und aufgenommen. Zusätzliche haben die SchülerInnen eine tänzerische Choreographie zum entstandenen Song entwickelt und einstudiert. Das Gesamtwerk präsentieren die Kinder auf der Weihnachtsfeier der Schule.

Wir sind begeistert und unendlich dankbar für die Bereitschaft vieler Unterstützer, Mittel für unsere Arbeit zu spenden. Unser Dank geht an die Veranstalter von “Rock am Kanal” (11.500,- €), den Tagesspiegel (2.500,- €) und zahlreiche Einzelpersonen. Es ist einfach wundervoll, was Ihr für unsere Einrichtung und damit für die Kinder und Jugendlichen in der Region tut. Darüber hinaus sind wir stolz darauf, dass unsere Projektideen auch an öffentlichen Stellen viel Anklang gefunden haben, so dass wir unsere ehrgeizigen Ziele durch konkrete Projektfinanzierung realisieren konnten. Vielen Dank an die Verantwortlichen von uns natürlich auch und vor allem im Namen aller Kinder und Jugendlichen, die von Eurer Unterstützung profitieren.

Wir möchten uns natürlich auch bei allen Kindern und Jugendlichen bedanken, die das Haus mit so viel Leben füllen und mit ihren Potenzialen und Eigenheiten die Arbeit im KiJuNa so bunt, spannend und begeisternd machen.

Zuletzt seien noch die zahlreiche ehrenamtliche Engagierten Menschen erwähnt, die sich mit ihrer Zeit und ihren Kompetenzen in den Bereichen Kinder- und Jugendarbeit sowie der Arbeit mit Geflüchteten einbringen und einen enormen Gewinn für unsere Einrichtung bedeuten. Auch an Euch geht ein dickes Dankeschön für Euer Engagement.

Voller Enthusiasmus und beflügelt von einem tollen vergangenem, freuen wir uns auf ein hoffentlich ebenso buntes und erfolgreiches kommendes Jahr. Wir wünschen Euch allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Euer KiJuNa-Team

 

 

Weltmusik

img_0132Seit einiger Zeit arbeiten wir im KiJuNa, dem Kinder-, Jugend- und Nachbarschaftshaus des Stadtteilzentrum Steglitz e.V., in verschiedenen Projekten der offenen Kinder- und Jugendarbeit mit jungen Menschen mit Fluchterfahrung. Bereits früh stellten wir im Rahmen unserer Arbeit fest, dass die bereits Werkzeuge, die wir im Laufe unserer langjährigen Arbeit entwickelt hatten, gerade für diese Projekte von entscheidender Bedeutung sind. Das KiJuNa ist seit vielen Jahren ein buntes Haus, das Kindern und Jugendlichen verschiedener Herkunft und Kultur Raum, Zeit und (manchmal auch) Ruhe zur Entwicklung und Entfaltung ihrer Persönlichkeit bietet. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei im Bereich musikpädagogischer Angebote. Neben zahlreichen instrumentalen AG-Angeboten haben wir im vergangen Jahr ein Bandprojekt initiiert, das sich an Kinder und Jugendliche aus der Region sowie an Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung richtet, die ihre Heimat im vergangen Jahr verlassen mussten und nun in einer der umliegenden Unterkünfte für Geflüchtete leben.

Musik ist eine universelle Sprache, und deshalb verstehen wir die Musik als Werkzeug, um die Projektteilnehmenden einander näherzubringen. Aus unserem Plan, gemeinsam zu musizieren ist weit mehr geworden, als wir anfangs gehofft und geglaubt hatten. Vom ersten Tag an konnte durch die gemeinsame Sprache Musik eine Brücke zwischen den Kindern gebaut werden, die bis heute Bestand hat.

Der Ablauf war ungefähr folgender: Nachdem sich die Teilnehmer zunächst gegenseitig ihre jeweilige Lieblingsmusik vorspielten wurde versucht, die einzelnen Lieder nachzuspielen. Nachdem schnell deutlich wurde, dass die Fähigkeit der Teilnehmenden auf den jeweiligen Instrumenten hierfür noch nicht ausreichte, wurde kurzerhand umorganisiert. Mit vier Akkorden, die jeder schnell auf Keyboard und Gitarre lernen konnte wurde eine gemeinsame musikalische Grundlage geschaffen, auf der nach und nach etwas ganz Besonderes aufgebaut wurde. Es entstand eine musikalische Basis, die sich deutlich in der westlichen Popmusik begründet darstellt. Auf diesen Background haben dann die Kinder arabischer Herkunft begonnen, Lieder aus ihrer Heimat mit neuen Melodien zu versehen und dazu zu singen.

Was durch diese Projektarbeit entstand, ist weit mehr als Musik. Die Teilnehmenden lernten sich im Verlauf des Projekts immer besser kennen, verstehen, respektieren und schätzen. Aus einer losen Anzahl Kinder, die wenig von einander wussten, ist eine Band geworden. Es ist eine Gruppe gewachsen, die auch neben der Musik zueinandergefunden hat. Inzwischen treffen sich die Kinder regelmäßig nicht nur im KiJuNa und verbringen ihre Freizeit gemeinsam.

Während wir anfangs, noch beeindruckt von theoretischen Herausforderungen, in ein nur bedingt planbares Projekt gestartet sind, haben wir inzwischen entdeckt, dass die Musik, ebenso wie Sport und Spiel, als Werkzeuge dienen können, um Grundlagen für zwischenmenschliche Bindungen zwischen den Kindern und Jugendlichen zu schaffen.

Der Autor Kristoffer Baumann ist Projektleiter des KiJuNa, dem Haus für Kinder, Jugendliche und Familien. Seit 2003 betreibt das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. diese Einrichtung am südlichen Rand der Mutter aller Städte. Wir bieten Kindern und Jugendlichen zahlreiche Möglichkeiten zur sinnvollen, kreativen und abwechslungsreichen Freizeitgestaltung. Unsere Räume und unser großer Garten bieten Kindern und jugendlichen Platz und Möglichkeiten, sich selbst in verschiedenen Bereichen auszuprobieren oder Hobbys gemeinsam mit anderen nachzugehen. Neben den verschiedenen Freizeitangeboten gibt es in unserem Haus das Kinderrestaurant Lichterfelde (KiReLi) und das Klamöttchen – Kleider für Kids.

www.kijuna.de