Weltmusik

img_0132Seit einiger Zeit arbeiten wir im KiJuNa, dem Kinder-, Jugend- und Nachbarschaftshaus des Stadtteilzentrum Steglitz e.V., in verschiedenen Projekten der offenen Kinder- und Jugendarbeit mit jungen Menschen mit Fluchterfahrung. Bereits früh stellten wir im Rahmen unserer Arbeit fest, dass die bereits Werkzeuge, die wir im Laufe unserer langjährigen Arbeit entwickelt hatten, gerade für diese Projekte von entscheidender Bedeutung sind. Das KiJuNa ist seit vielen Jahren ein buntes Haus, das Kindern und Jugendlichen verschiedener Herkunft und Kultur Raum, Zeit und (manchmal auch) Ruhe zur Entwicklung und Entfaltung ihrer Persönlichkeit bietet. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei im Bereich musikpädagogischer Angebote. Neben zahlreichen instrumentalen AG-Angeboten haben wir im vergangen Jahr ein Bandprojekt initiiert, das sich an Kinder und Jugendliche aus der Region sowie an Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung richtet, die ihre Heimat im vergangen Jahr verlassen mussten und nun in einer der umliegenden Unterkünfte für Geflüchtete leben.

Musik ist eine universelle Sprache, und deshalb verstehen wir die Musik als Werkzeug, um die Projektteilnehmenden einander näherzubringen. Aus unserem Plan, gemeinsam zu musizieren ist weit mehr geworden, als wir anfangs gehofft und geglaubt hatten. Vom ersten Tag an konnte durch die gemeinsame Sprache Musik eine Brücke zwischen den Kindern gebaut werden, die bis heute Bestand hat.

Der Ablauf war ungefähr folgender: Nachdem sich die Teilnehmer zunächst gegenseitig ihre jeweilige Lieblingsmusik vorspielten wurde versucht, die einzelnen Lieder nachzuspielen. Nachdem schnell deutlich wurde, dass die Fähigkeit der Teilnehmenden auf den jeweiligen Instrumenten hierfür noch nicht ausreichte, wurde kurzerhand umorganisiert. Mit vier Akkorden, die jeder schnell auf Keyboard und Gitarre lernen konnte wurde eine gemeinsame musikalische Grundlage geschaffen, auf der nach und nach etwas ganz Besonderes aufgebaut wurde. Es entstand eine musikalische Basis, die sich deutlich in der westlichen Popmusik begründet darstellt. Auf diesen Background haben dann die Kinder arabischer Herkunft begonnen, Lieder aus ihrer Heimat mit neuen Melodien zu versehen und dazu zu singen.

Was durch diese Projektarbeit entstand, ist weit mehr als Musik. Die Teilnehmenden lernten sich im Verlauf des Projekts immer besser kennen, verstehen, respektieren und schätzen. Aus einer losen Anzahl Kinder, die wenig von einander wussten, ist eine Band geworden. Es ist eine Gruppe gewachsen, die auch neben der Musik zueinandergefunden hat. Inzwischen treffen sich die Kinder regelmäßig nicht nur im KiJuNa und verbringen ihre Freizeit gemeinsam.

Während wir anfangs, noch beeindruckt von theoretischen Herausforderungen, in ein nur bedingt planbares Projekt gestartet sind, haben wir inzwischen entdeckt, dass die Musik, ebenso wie Sport und Spiel, als Werkzeuge dienen können, um Grundlagen für zwischenmenschliche Bindungen zwischen den Kindern und Jugendlichen zu schaffen.

Der Autor Kristoffer Baumann ist Projektleiter des KiJuNa, dem Haus für Kinder, Jugendliche und Familien. Seit 2003 betreibt das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. diese Einrichtung am südlichen Rand der Mutter aller Städte. Wir bieten Kindern und Jugendlichen zahlreiche Möglichkeiten zur sinnvollen, kreativen und abwechslungsreichen Freizeitgestaltung. Unsere Räume und unser großer Garten bieten Kindern und jugendlichen Platz und Möglichkeiten, sich selbst in verschiedenen Bereichen auszuprobieren oder Hobbys gemeinsam mit anderen nachzugehen. Neben den verschiedenen Freizeitangeboten gibt es in unserem Haus das Kinderrestaurant Lichterfelde (KiReLi) und das Klamöttchen – Kleider für Kids.

www.kijuna.de

Mein zweiter erster Schultag – Musiktheater im KiJuNa

foto-musiktheater

Die Sommerferien sind vorbei. Sechs Wochen lang haben wir im KiJuNa im Rahmen unseres Ferienprojekts mit viel Spaß und Eifer ein Musiktheaterstück entwickelt und es zum Abschluss der Ferien auf die Bühne gebracht. Bereits seit einiger Zeit entwickeln wir im KiJuNa den kulturpädagogischen Bereich weiter und bauen unsere KiJuNa-Kulturwerkstatt auf. Da ist es natürlich angebracht auch in den Sommerferien kulturpädagogisch zu arbeiten. Wir hatten es uns zur Aufgabe gemacht gemeinsam mit den angemeldeten Kindern ein Theaterstück zu schreiben, es einzustudieren und es selbstverständlich auch auf unserer Bühne zu präsentieren.

Gesagt, getan. Nachdem die Idee zum Stück feststand – ein neues Kind kommt in unsere Klasse – begann die Arbeit. In verschiedenen Gruppen wurde mit den Ferienkindern mit der Entwicklung von Szenen, Dialogen, Ansagen, Musik und Tänzen begonnen. Während die Gruppe Regie und Schauspiel sich ausgiebig mit dem Aufbau des Stücks und dem Einstudieren der einzelnen Szenen befasste, wurde in der Gruppe Musik zunächst am Text für das erste Lied gefeilt. Der Song sollte die Aufregung der Hauptfigur vor ihrem ersten Schultag in der neuen Klasse zum Ausdruck bringen. Hierzu wurden zunächst in Stichpunkten Inhalte gesammelt, die im Anschluss zu einem Text zusammengeschrieben, mit der dazu entwickelten Melodie zusammengeführt und anschließend gesanglich und instrumental geprobt wurden. Die Erzieher des KiJuNa haben sich dann zusammengetan und die Musik für den Song aufgenommen. Gesungen wurde bei Aufnahme von den Ferienkindern Israa, Viktoria und Emmanuela. Der erste Song war im Kasten und die Schauspielgruppe hatte die einzelnen Szenen fertig ausgearbeitet und einstudiert. Dann war Halbzeit. Drei Wochen waren zu diesem Zeitpunkt vergangen und wir lagen gut im Zeitplan. Die Kinder haben sich größte Mühe gegeben und das hat sich ausgezahlt. Schon zu diesem Zeitpunkt war klar, dass hier etwas Großartiges entstehen würde.

In der zweiten Ferienhälfte wurde nun ein Tanz zum ersten Lied entwickelt und weiter geprobt, geprobt und noch mehr geprobt. Erst zu Beginn der letzten Ferienwoche wurde das zweite Lied zum Stück fertig. Dieses Lied sollte den Abschluss des Stück darstellen. Im Verlauf der Geschichte wird die Hauptfigur zunächst nicht nett in ihrer neuen Klasse aufgenommen und besonders von einer neuen Mitschülerin beleidigt. Nachdem die beiden sich aber durch einen mehr oder minder glücklichen Umstand etwas näher kennenlernen werden sie schnell gute Freunde. Der Abschlusssong behandelt das an dieser Stelle offengelegte hintergründige Thema: Alles was Neu und Fremd ist kann Angst machen. Deshalb dürfen wir uns ihm aber nicht verschließen und sollten Neuem und Fremden stets erst einmal kennenlernen bevor wir darüber urteilen. Es entstand der Song „Wenn etwas neu ist schauen wir es uns erstmal an“.

Nachdem in den letzten Tagen der Ferien weiter fleißigst geprobt wurde waren wir bereit für die große Aufführung. Zahlreiche Gäste fanden sich am letzten Ferientag im KiJuNa ein, um sich das entstandene Theaterstück anzuschauen. Jeder einzelne Zuschauer, darunter Kinder, Eltern, Großeltern und weitere Gäste waren begeistert von dem was die Kinder hier präsentierten. Ein rundum gelungenes Theaterstück, das ein Thema behandelt, das uns alltäglich gegenwärtig ist. Beleuchtet und betrachtet aus den Augen von Kindern, die sich dem Thema offen, frei und kreativ genähert und ein Theaterstück geschaffen haben, das sich mehr als nur sehen lassen kann.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Teilnehmenden und Unterstützer und freuen uns auf viele weitere kulturpädagogische Projekte in unserer KiJuNa-Kulturwerkstatt.

Das ganze Stück gibt’s hier zum Anschauen. Viel Spaß.

Mein zweiter erster Schultag – Musiktheater im KiJuNa

Kristoffer Baumann
Projektleiter Kinder- und Jugendbereich KiJuNa

Warum wir Werbung für “Rock am Kanal” machen

4Dem ein oder anderen Facebookfreund des KiJuNa wird es schon aufgefallen. Seit ein paar Tagen teilen und liken wir Posts der Freunde von “Rock am Kanal”. Warum wir das tun hat neben dem tollen Konzept der Veranstaltung und dem wirklich guten musikalischen Lineup auch einen weiteren ganz entscheidenen Grund. Jedes Jahr findet das sympathische Rockfest in Teltow statt und jedes Jahr wird hier für den guten Zweck gerockt. In diesem Jahr darf sich das KiJuNa darüber freuen unter den begünstigten Förderprojekte zu sein. Für den Ausbau des Kulturpädagogischen Bereiches im KiJuNa, sprich, der KiJuNa Kulturwerkstatt, benötigen wir so einiges an Material, um künftig Kindern und Jugendlichen eine optimale Grundlage für ihre kulturelle Entwicklung und Entfaltung zu bieten. Das Konzept der KiJuNa Kulturwerkstatt hat die Veranstalter von “Rock am Kanal” scheinbar überzeugt, so dass man sich dafür entschied dem KiJuNa für die Umsetzung des Konzepts einen Teil der Einnahmen des Events in diesem Jahr zukommen zu lassen.

Wir freuen uns riesig darüber und sind natürlich auch am kommenden Samstag live beim Event dabei. Wir würden uns freuen, wenn wir Euch beim diesjährigen “Rock am Kanal” in Teltow sehen.

Alle Informationen rund um Event gibt’s hier.

Sommerferien im KiJuNa

Wir haben noch ein bisschen Zeit, bis die Sommerferien beginnen. Wir möchten aber jetzt schon darauf hinweisen, dass es natürlich auch in diesem Jahr wieder ein großes Sommerferienprojekt im KiJuNa gibt. Ab sofort könnt Ihr Euch im KiJuNa dafür anmelden. Sommerferien 2016

KiJuNa Kultur – unser Plan für 2016

KiJuNa Kultur 2
Der Begriff Kultur ist an so vielen Stellen bereits definiert und beschrieben, so dass ich mir und dem Leser weit schweifende Ausführungen hierzu erspare. Grundsätzlich beschreibt der Begriff das, was Menschen selbst gestalterisch schaffen. Die Kunst ist nach unserem Verständnis ein nicht wegzudenkender Pfeiler der Kultur.

Seit vielen Jahren begleitet mich eine bestimmte Form der Kunst auf meinen Wegen durch das Leben. Die Musik ist für mich Werkzeug, um Eindrücke, Gefühle und Gedanken künstlerisch zum Ausdruck zu bringen. Musik kann aber so viel mehr. Doch ist die Musik bei weitem nicht die einzige, wenn auch höchste;-), unter den Künsten, die dies vermag. Ob Malerei, Bildende Kunst, Theater, Tanz oder auch die Literatur, sie alle und viele andere
mehr bieten uns so viel an. Und wir sind die, die entscheiden, was wir die Kunst uns geben lassen. Ich bin dankbar dafür, dass mein Interesse und mein, vielleicht mäßiges, Talent schon früh gefördert wurde und ich wünsche mir, dass die Kunst gerade Kindern und Jugendlichen nicht neblig und als Fußnote im Alltag bleibt.

Genug geschwollene Worte. Zu den Fakten. Seit nunmehr zweieinhalb Jahren leite ich das KiJuNa (Kinder-, Jugend- und Nachbarschaftszentrum) des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. Das Angebot dieser Einrichtung ist vielfältig und bunt, ebenso, wie ihre Besucherinnen und Besucher und deren Interessen. In meiner Arbeit habe ich immer wieder festgestellt, welche Freude, welchen Enthusiasmus und welchen Einsatz der eigenen Ressourcen von Kindern und Jugendlichen kunst- und kulturbezogene Projekte erzeugen und freisetzen. Um Kunst zu schaffen bedarf stets Fantasie und Kreativität. Das in Kindern und Jugendlichen schlummernde Potential an Fantasie und Kreativität ist ein Schatz, den es zu Bergen, zu Pflegen und zu Fördern gilt. Deshalb bin ich persönlich sehr glücklich darüber, dass wir uns für die Zukunft des KiJuNa zum Ziel gesetzt haben, zu einem Zentrum für künstlerisch kreative Kinder und Jugendliche zu werden. Unser Haus bietet mit seinen
Räumlichkeiten und personellen Kompetenzen eine solide Grundlage, um Kindern und Jugendlichen ein Angebot zu machen, dass ihre Begeisterung, ihre Talente und Ideen sowie ihre künstlerische und kulturelle Vielfalt fördert und ihnen zur Entfaltung verhilft. Gemeinsam mit Künstlern, Schauspielern, Theaterpädagogen und Musikern möchten dieses Angebot gestalten.

In den vergangenen Jahren haben wir im KiJuNa immer wieder tolle und spannende Projekte in den Bereichen Musik, Theater, Malerei und Bildende Kunst durchführen können. Hierzu zählen unter anderem die regelmäßig stattfindenden Workshops “Songwriting und Recording” im Rahmen der Musischen Tage, unser Musical “Cut” mit Schülern der Giesensdorfer Schule zum Thema Mobbing, das Maskenprojekt „Hela Rido“ und die “Hundertwasser-Wochen”. Diese Projekte erfreuten sich in Teilnahme und öffentlicher Berücksichtigung stets großer Beachtung. Darüber hinaus sind Projekte im Bereich der kulturellen Bildung für die Teilnehmenden immer auch ein wichtiger Bestandteil in der Entwicklung ihrer sozialen Kompetenzen. Die Arbeit an gemeinsamen Projekten dient der Entdeckung eigener Stärken und Schwächen und fördert die Beteiligten darin, Fähigkeiten zu entwickeln und sie untereinander weiterzugeben. Ein Prozess, der in der Entwicklung von Kunst stets das Einbringen persönlicher und individueller Ein- und Ausdrücke bedarf. Kinder und Jugendliche lernen in dieser Form viel über sich selbst und über die Kraft, die die Arbeit in Gruppen und der Dialog mit anderen freisetzen können.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, das KiJuNa zu einem Ort zu machen, an dem Kunst in all ihren Formen ge- und erlebt werden kann. Hierfür möchten wir alle interessierten Jugendlichen, Schauspieler, Theaterpädagogen, Kunst-, Musik und Kulturdozenten einladen, gemeinsam mit uns Ideen zu sammeln, um das KiJuNa zu einem Zentrum für kreative Arbeit mit Kindern und Jugendlichen werden zu lassen.

Wir laden Euch alle ein, mit uns die Zukunft des kulturellen Angebots im KiJuNa zu planen.

Freitag, 19.2.2016
16.30 Uhr
im KiJuna

 

Musische Tage 2016 – Der Song

In den vergangenen zwei Tagen haben wir zusammen mit 14 Schülerinnen und Schülern von Steglitzer Oberschulen einen Song getextet, komponiert, aufgenommen und für einen Live-Auftritt einstudiert. Jetzt freuen wir uns auf den Gig heute Abend zum Abschluss der Musischen Tage 2016 und darüber, Euch den Song “Painful Days” an dieser Stelle schon einmal zur Verfügung stellen zu können. Wir sind begeistert von dem, was die Jungs und Mädels in diesen zwei Tagen geschaffen und geschafft haben. Talentierte Jugend gibt’s in unserem schönen Bezirk;-)

Musische Tage 2016

Die Musischen Tage 2016 werfen Ihre Schatten voraus. Wir sind sehr gespannt, was uns in diesem Jahr erwartet. Wieder haben wir drei Tage Zeit um mit ca. 15 Jugendlichen von Oberschulen in Steglitz-Zehlendorf ein Lied zu texten, komponieren, aufzunehmen und für den Live-Auftritt zur großen Abschlussveranstaltung einzustudieren.

Hier gibt’s noch mal die Songs, die 2014 und 2015 im Rahmen der Musischen Tage im KiJuNa entstanden sind, zum nachhören.

Rock on!